Unser Wassersportrevier:
DER GOITZSCHE - SEE
Kurzabriss:
1949
Eröffnung des Tagebaues zur Braunkohleförderung
ab
1975
auch Bernsteinabbau
1991
Einstellung der Kohle- und Bernsteinförderung, Beginn der Rekultivierung
2002
Ende der Flutung ; es entstanden ca. 25 km² Wasserfläche
mit ca. 66km Uferlänge und ca. 400 Mio. m³ Wasser
06.
August 2004 Freigabe für die Wassersport-Nutzung
und Badebetrieb
Anfang
2007
Fertigstellung des Yachthafens
Geschichte
der Goitzsche
"Die
Goitzsche" war ein vor den Toren der Stadt Bitterfeld gelegener ca. 760
ha großer Auenwald mit einer ausgeprägten botanischen Artenvielfalt.
Der sorbische Name des Auenwaldes hat sich im Laufe der Jahrhunderte mehrfach
gewandelt. 1220 als "Gotsaw" benannt, treffen wir 1323 auf die Schreibweise
"Gotsowe" und schließlich war der Name "Goitzsche" geläufig.
Als Anfang des 20. Jh. neue Meßtischblätter erstellt wurden,
war nun das Waldgebiet als "Goitsche" bezeichnet. Da diese Meßblätter
Grundlage für das bergmännische Rißwerk waren, ging die
Schreibweise "Goitsche" in die bergbaulichen Unterlagen bereits vor dem
I. Weltkrieg ein.
Im
Jahre 1949 begann südöstlich von Bitterfeld der Ausschluß
des Tagebaus Goitzsche, hier wurden in 40 Jahren Bergbau etwa 317 Millionen
Tonnen Braunkohle gefördert. Um diese zu fördern, mussten ca.
850 Millionen Tonnen Abraum bewegt werden. Im Jahre 1955 endeckte man im
Bitterfelder Flöz Bernstein . Der Abbau begann allerdings erst im
Jahre 1975 nach geologischer Erkundung. In den darauffolgenden
Jahren begann die Gewinnung der Edelsteine. Insgesamt wurden bis 1990 ca.
408 Tonnen abgebaut. Danach wurde die Förderung aus Kostengründen
eingestellt. Auch Mooreichenstämme, deren Alter auf 4000-6000
Jahre geschätzt wurde, sind gefunden worden, welche man noch heute
am Ortsrand von Pouch ansehen kann.Nach der Einstellung der Kohleförderung
im Jahre 1991 begann die Sanierung des ca. 60 Km² großen Gebietes,
um daraus ein Naherholungsgebiet zu gestalten. Es entstand eine Seenlandschaft
mit ca. 400 Millionen m³ Wasser, 25km² Wasserfläche
und 66km Uferlänge.
Die
Flutung
Im
Jahre 1997 begann man mit dem Bau der Flutungsanlage für den Tagebau
Goitzsche, welcher das Deichbauwerk, Zulaufgraben und die eigentliche Flutungsanlage
in Mühlbeck umfasst. Diese Anlage dient dazu, Wasser von der Mulde
in das Restloch leiten. Nach der Fertigstellung der Anlage erfolgte vom
6. Juli 1998 an einen einmonatige Probeflutung um die Anlage zu Testen.In
dieser Zeit erfolgte einen Einleitung von ca. 1m³ in der Sekunde.
Am
7. Mai 1999 begann die "richtige" Flutung, ab diesem Zeitpunkt
wurden ca. 3m³ pro Sekunde (abhängig vom Muldepegel) von der
Mulde abzweigt und in das Restloch Mühlbeck geleitet, welches dann
zum Restloch Niemegk überlaufen sollte und dieses mit Muldewasser
füllt. Am 6. Juni1999 begann der Bau des Pegelturms direkt
neben der Flutungsanlage.Der oberste Teil des Pegelturms wurde am 16.3.2000
aufgesetzt .Den Turm kann man über eine ca.220m lange Pontonbrücke
ereichen, welche sich mit steigendem Pegel aus dem Gewässer erhoben
hat. Am 13. April 2000 wurde die Uferpromenade am Rand der Goitzsche übergeben.Der
Weg, welcher vom Stadtrand von Bitterfeld bis zum Pegelturm führt,
ist nachts beleuchtet. Die Hochwasserflut erreicht im August 2002
auch den Lankreis Bitterfeld und die Goitzsche. Durch einen Deichbruch
der Mulde oberhalb von Pouch wurde der Bereich zwischen Bitterfeld, Löbnitz,
Rösa und Muldenstein komplett überflutet und die Goitzsche damit
innerhalb weniger Stunden komplett gefüllt (und überfüllt).
Nach der Flut diente das ehemalige Flutungsbauwerk der Ableitung des überschüssigen
Wassers zurück in die Mulde.